VVB trotzt dem Niedrigzins und bleibt auf Erfolgskurs

Die Vereinigte Volksbank eG Saarlouis – Losheim am See – Sulzbach/Saar, kurz VVB, hat auch im abgelaufenen Jahr 2019 ihr Kundenvolumen steigern können und dabei trotz der Beeinträchtigungen durch die Niedrigzinsphase erneut ein gutes Jahresergebnis erzielt.

Im Rahmen eines Pressegespräches stellten Mathias Beers, Vorstandsvorsitzender der VVB und Edgar Soester, stv. Vorstandsvorsitzender der VVB, die Ergebnisse der VVB im Jahre 2019 vor und informierten über wichtige Projekte der Volksbank.

Im zweiten Jahr nacheinander hat die VVB eine Fusion bewältigt und nun mit einer Bilanzsumme von 2,6 Mrd. € und einem betreuten Kundenvolumen von 5,8 Mrd. € eine Größenordnung erreicht, die ihr die weitere Selbständigkeit garantiert und eine gute Basis darstellt, um auch künftige Herausforderungen gut bewältigen zu können.

Im Mittelpunkt des Geschäftsjahres 2019 stand die Fusion der VVB mit der Volksbank Untere Saar eG aus Losheim am See. Nach nahezu einstimmigen Beschlüssen der jeweiligen Vertreterversammlungen wurde die Fusion Anfang Juni 2019 im Genossenschaftsregister eingetragen. Die anschließende technische Fusion verlief ohne nennenswerte Komplikationen. Die VVB unterhält nunmehr 40 personenbesetzte Filialen von der oberen bis zur unteren Saar sowie 24 SB-Standorte.

„Zwei Fusionen in den Jahren 2018 und 2019 haben unserer Mannschaft sehr viel abverlangt und einzelne Mitarbeiter waren häufig genug bis an die Grenzen der Belastbarkeit engagiert. Insoweit sind wir sehr froh, dass dieser Berg an Arbeit nun hinter uns liegt.“, so Mathias Beers, Vorstandsvorsitzender der VVB. „Wir haben unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgeteilt, dass aktuell keine weiteren Fusionsgespräche geführt werden. Wir legen jetzt vielmehr den Fokus darauf, dass wieder alle Rädchen der VVB optimal ineinandergreifen.“ ergänzt Edgar Soester, designierter Vorstandsvorsitzender der VVB.

Mit dem Geschäftsjahr 2019 zeigten sich Beers und Soester sehr zufrieden. Die Bilanzsumme kletterte auf rd. 2,6 Mrd. €. Ausschlaggebend war ein moderates Kreditwachstum um 0,8% auf 1,8 Mrd. € sowie ein Wachstum der Kundeneinlagen um 3,9 % auf 2,1 Mrd. €. Das Einlagenwachstum war höher als geplant; ob dies daran liegt, dass die VVB aktuell noch keine Negativzinsen für Privatkunden berechnet, ließ der Vorstand offen. Auffällig ist allerdings, dass insbesondere im IV. Quartal 2019 ein hoher Einlagenzufluss zu verzeichnen war. Nach Aussage von Edgar Soester berechnet die VVB ab Januar 2020 bei Firmenkunden ab einer Freigrenze von 500 T€ Negativzinsen in Höhe von 0,5%.

Das von der VVB betreute Kundenvolumen stieg im Jahr 2019 um 200 Mio. € auf 5,8 Mrd. €.

Der Zinsüberschuss reduziert sich niedrigzinsbedingt im Geschäftsjahr 2019 um 1,5 Mio. € auf jetzt 50,8 Mio. €. Die daraus resultierende Zinsspanne von 1,97 % liegt jedoch spürbar über den Vergleichswerten ähnlich großer Volksbanken. Der Rückgang des Zinsüberschusses wird sich nach Einschätzung des Vorstandes in den kommenden Jahren beschleunigt fortsetzen, zumal weder kurz- noch mittelfristig mit einer Veränderung der Zinspolitik der EZB zu rechnen ist.

Die Verbesserung des Provisionsüberschusses um 800 T€ kann den Rückgang des Zinsüberschusses nicht vollständig kompensieren. Mit 25 Mio. € erreicht die VVB – trotz Fusionsbelastungen - im Provisionsüberschuss dennoch einen Spitzenwert, der sichtbarer Beleg für das intensive Kundengeschäft der VVB ist. 170.000 Kunden, von denen rd. 71.000 auch Anteileigner der Bank sind, bilden eine stabile Basis, um auch künftig in diesem Segment weiter zu wachsen.

Auf der Kostenseite schlagen die Personalkosten mit 31,7 Mio. € zu Buche. Der Personalaufwand konnte im zurückliegenden Geschäftsjahr bereits um ca. 1 Mio. € reduziert werden. Jedoch machte der Vorstand deutlich, dass mit Blick auf die perspektivisch weiter sinkenden Zinsergebnisse die natürliche Fluktuation zur Anpassung der Mitarbeiterkapazitäten genutzt werden soll. Aktuell beschäftigt die VVB insgesamt 560 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Sachkosten inkl. der Abschreibungen auf Sachanlagen belaufen sich auf 17,9 Mio. € und konnten gegenüber dem Vorjahr um 600 T€ reduziert. Den größten Anteil hieran haben die IT-Kosten, die sich auf 6,5 Mio. EUR summieren

Das Betriebsergebnis vor Bewertung - als Ausdruck des operativen Erfolges der VVB im Geschäftsjahr – konnte auf 26,5 Mio. € verbessert werden. Damit erreicht die VVB ein Ergebnis, das deutlich besser ausfällt als bei vergleichbar großen Instituten.

Nach sehr moderaten Belastungen aus der Bewertung des Kreditportfolios und außerordentlichen, überwiegend fusionsbedingten Belastungen von 2 Mio. € verbleibt ein sehr gutes Ergebnis vor Steuern von 23,1 Mio. €, das den Vorjahreswert um beachtliche 4,4 Mio. € überschreitet.

Die VVB plant, der Vertreterversammlung eine Dividende von 2% auf die Geschäftsguthaben vorzuschlagen. Zusätzlich wird noch der MitgliederBonus für das Geschäftsjahr 2019 an die Mitglieder der VVB ausgezahlt. Insgesamt erzielen die Mitglieder der VVB somit im Durchschnitt eine Rendite von 4,5% auf ihre Geschäftsanteile.

Die Harmonisierung der Kontomodelle und die Einführung des VVB-Partnermodells war neben der Fusion eines der zentralen Projekte der VVB in 2019. Sämtliche Kontomodelle der drei Altbanken wurden abgelöst und neu gestaltet. Zum 01. Januar 2020 wurden die neuen, einheitlichen Kontomodelle für das Privat- und Firmenkundengeschäft eingeführt. Das Besondere daran ist, dass die Kunden durch ihr aktives Tun und durch die Intensität der Zusammenarbeit mit der VVB, selbst den Preis für die Kontoführung spürbar beeinflussen können. Auch der Mitgliederbonus wurde modernisiert.

„Künftig werden vor allem die Mitglieder und Kunden Kostenvorteile haben, die eng mit uns zusammenarbeiten. Dies entspricht auch dem genossenschaftlichen Grundgedanken.“, erläutert Edgar Soester. Die Kunden wählen durch ihr Nutzungsverhalten ihren Status quasi selbst aus Je nach Status (Platin, Gold, Silber oder Basis) werden unterschiedliche monatliche Kontoführungsgebühren berechnet. Der Status des Kunden wird entweder über die Banking-App, das Online-Banking oder per schriftlicher Mitteilung dem Kunden transparent gemacht.

Bei dem Modell steht auch die Versorgung des Kunden im Mittelpunkt, da er durch den Abschluss von Vorsorge- und Absicherungsprodukten, aber auch durch die Nutzung elektronischer Angebote der VVB seinen Status verbessern kann. „Mitglieder profitieren sogar doppelt, weil die Zusammenarbeit mit der VVB in der Spitze mit bis zu 13 % zusätzlichem Mitgliederbonus belohnt wird.“, so Mathias Beers abschließend.

In der VVB stehen in 2020 bedeutende Veränderungen in den Gremien der Bank an. Der Vorstandsvorsitzende Mathias Beers wird zur Jahresmitte – wie seinerzeit im Fusionsvertrag vereinbart - ebenso ausscheiden wie das Vorstandsmitglied Manfred Ziegler. Nachfolger von Beers an der Spitze des Vorstandes wird Edgar Soester. Auch die langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Senator e.h. Dr. Michael Harz und Erwin Faust werden im Juni 2020 ausscheiden.

  2019 Veränderung
Bilanzsumme 2,6 Mrd. € + 3,2 %
Kundenkredite 1,8 Mrd. € + 0,8 %
Kundeneinlagen 2,1 Mrd. € + 3,9 %
betreutes Kundenvolumen 5,8 Mrd. € + 4,1 %
Zinsüberschuss 50,8 Mio. € - 2,9 %
Provisionsüberschuss 25,0 Mio. € + 3,3 %
Operatives Ergebnis 26,5 Mio. € + 3,0 %
Ergebnis vor Steuern
23,1 Mio. € + 23,5 %
Kundenanzahl 175.000
Mitarbeiter (aktiv) 510
Geschäftsstellen (inkl. SB) 65