Vereinigte Volksbank eG und Volksbank Westliche Saar plus planen gemeinsame Zukunft


Die Vereinigte Volksbank eG und die Volksbank Westliche Saar plus eG haben im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz am 02.05.2017 ihr Fusionsvorhaben vorgestellt.  Mit dem Zusammenschluss soll einerseits die Leistungsfähigkeit der Bank für die Kunden noch weiter gesteigert werden, andererseits den zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen für Regionalbanken getrotzt werden.

Der Bankenmarkt in Deutschland ist im Umbruch. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendeine Bank ein neues Restrukturierungskonzept vorstellt, über Konsolidierungsmaßnahmen nachdenkt oder konkrete Konzepte zur Kostenreduktion präsentiert. Ihre Ursache hat dieser Umbruchprozess durch die von der EZB verordnete Niedrigzinsphase, die gerade für Retailbanken – wie Volksbanken und Sparkassen -  enorme negative Auswirkungen hat. Zu der deutlichen Belastung der Ertragslage durch rückläufige Zinsüberschüsse in den kommenden Jahren kommen die überbordende Regulatorik, der Trend zur Digitalisierung des Bankgeschäftes und ein deutlich verschärfter Wettbewerb hinzu. Speziell für das Saarland spielt auch die demografische Entwicklung bei einer rückläufigen Bevölkerungsentwicklung noch eine wesentliche Rolle.

Diese für die Bankenbranche problematischen Rahmenbedingungen werden auch an den saarländischen Volksbanken nicht spurlos vorübergehen. Daher scheint es geboten, sich schon heute - in einer Phase, in der Volksbanken noch gute Ergebnisse erzielen können - gezielt und mit hoher Verantwortung für die Zukunft auf die kommenden, herausfordernden Jahre vorzubereiten.

Die Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder der Vereinigte Volksbank eG in Sulzbach/Saar und der Volksbank Westliche Saar plus eG in Saarlouis sind daher nach langen und intensiven Beratungen zu der Überzeugung gelangt, eine Fusion beider Häuser vorzubereiten und den Vertreterinnen und Vertretern im Herbst dieses Jahres ein entsprechendes Konzept zur Entscheidung vorzulegen.

Es entsteht damit eine Volksbank an der Saar mit einer Bilanzsumme von ca. 2 Mrd. €, einem betreuten Kundenvolumen von 4,1 Mrd. €, mit 43 personenbesetzten Filialen und 24 SB-Stellen. Die fusionierte Volksbank wird ca. 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben.

Die Vorstandsmitglieder beider Volksbanken – Mathias Beers und Uli Starck für die VVB und Edgar Soester und Manfred Ziegler für die Volksbank Westliche Saar plus eG – präsentierten am Dienstag in Saarbrücken Einzelheiten zu dem geplanten Fusionsvorhaben.

„Für beide Volksbanken ist es enorm wichtig, dass sich zwei Häuser zusammenschließen wollen, die schon heute Benchmarks für Ertragseffizienz und Vertriebsinnovation setzen“, so Mathias Beers, der Vorstandsvorsitzende der VVB.

Edgar Soester, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Westliche Saar plus eG, ergänzt: „Beide Volksbanken fusionieren auf Augenhöhe und haben in den vergangenen Jahren stets Ergebnisse erzielt, die deutlich über dem Durchschnitt der saarländischen Volksbanken, aber auch des Bundesdurchschnitts lagen. Dies bietet beste Voraussetzungen, um aus einer Position der Stärke heraus die Herausforderungen der Zukunft in einem fusionierten Haus anzugehen.“

Die Vorstandsmitglieder sind überzeugt, dass sich beide Häuser ideal ergänzen. Beide Volksbanken haben eine sehr ähnliche Historie, beide Volksbanken sind enorm vertriebsstark, beide Volksbanken haben in den letzten Jahren auf einen konsequenten Ausbau des Kundenkreditgeschäftes gesetzt und beide Volksbanken legen Wert auf eine gezielte Förderung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zudem passen die durch die Filialen definierten Geschäftsgebiete beider Volksbanken hervorragend zusammen.

Am 26. April 2017 haben die Aufsichtsratsmitglieder beider Häuser in getrennten Sitzungen jeweils einstimmig grünes Licht für die Vorbereitung dieser Fusion gegeben. Durch den Zusammenschluss von zwei starken, ähnlich großen Partnern wird eine langfristige Lösung geschaffen, die die Zukunftsfähigkeit auch unter erschwerten Bedingungen sichert.

Edgar Soester stellt dazu fest: „Unser oberstes Ziel wird es sein, die Leistungsfähigkeit der Bank für Mitglieder und Kunden zu optimieren und nachhaltig zu sichern. Unsere Stärken als Genossenschaftsbank – vor allem der enge persönliche Kontakt zu den Menschen sowie schnelle und kurze Entscheidungswege – werden auch in der neuen Bank erste Priorität haben. Neben leistungsfähigen Geschäftsstellen werden wir auch dem Ausbau der digitalen Zugangswege große Bedeutung beimessen. Die Zukunft unserer gemeinsamen Bank wird persönlich und digital zugleich sein.“ Mathias Beers legt dazu noch einen besonderen Fokus auf die Sicherung der Arbeitsplätze der ca. 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Der Beruf des Bankers hat in den letzten Jahren enorm an Reputation eingebüßt und dies führt auch – bei all den geschilderten belastenden Rahmenbedingungen – zu einer Verunsicherung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch dem wollen wir mit unserer Fusion bewusst entgegenwirken. Es fusionieren zwei kerngesunde Banken mit hohen Ansprüchen an Beratungsqualität und Fachkompetenz. Dies eröffnet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im fusionierten Unternehmen optimale Karrierechancen.“

Mathias Beers und Edgar Soester präsentierten anschließend die bislang vereinbarten Eckpunkte des Fusionsvorhabens. Der Vorstand wird aus den Herren Mathias Beers (Vorstandsvorsitzender), Edgar Soester (stv. Vorstandsvorsitzender), Uli Starck und Manfred Ziegler bestehen. Nach dem altersbedingten Ausscheiden der Herren Beers und Ziegler wird sich der Vorstand ab Mitte 2020 aus den Herren Soester (Vorstandsvorsitzender) und Starck zusammensetzen. Auch die Aufsichtsratsvorsitzenden haben eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit vereinbart. Zunächst wird Herr Erwin Faust (Volksbank Westliche Saar plus eG) Vorsitzender dieses Gremiums, Herr Senator e.h. Dr. Michael Harz (VVB) wird sein Stellvertreter. Es ist geplant, dass beide Herren bis zum Ausscheiden aus diesem Gremium zum 30.06.2020 ihre Rollen noch einmal tauschen. Sitz der fusionierten Bank wird Saarlouis sein; ein weiterer, wesentlicher Verwaltungsstandort wird Sulzbach/Saar bleiben. Übernehmende Bank wird die Volksbank Westliche Saar plus sein. Die Namensgebung ist zum aktuellen Zeitpunkt noch offen.

Die fusionierte Volksbank wird als „Die Mitgliedervolksbank im Saarland“ positioniert. Ein Mitglieder-Bonussystem, eine eigene Mitgliederzeitung, Mitgliederveranstaltungen und Mitgliederbeiräte für das Privatkunden- und das Firmenkundengeschäft werden eingerichtet. Die Mitgliedschaft als Alleinstellungsmerkmal der Volksbanken soll in der fusionierten Bank durch innovative Aktionen erlebbar werden.

Nach momentaner Planung wird das Fusionsvorhaben im Rahmen der ordentlichen Vertreterversammlungen beider Häuser im Juni 2017 erstmals den Vertreterinnen und Vertretern persönlich vorgestellt. Im Herbst 2017 sollen dann in den Regionen Mitgliederveranstaltungen durchgeführt werden. Die Entscheidung zur Fusion durch die gewählten Vertreterinnen und Vertreter soll dann im Anschluss erfolgen.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass sich zwei Partner gefunden haben, die sehr gut zusammenpassen. Beide Banken agieren vorausschauend und verantwortungsbewusst aus einer Position der Stärke. Dies ist man den nach der Fusion dann ca. 60.000 Eigentümern und 140.000 Kunden schuldig, die auch zukünftig ein flächendeckendes und modernes Allfinanz-Angebot bei hoher Beratungsqualität erwarten.

Wesentliche Eckdaten der fusionierten Bank:

Bilzansumme 1,9 Mrd. €
Kundeneinlagen 1,5 Mrd. €
Kundenkredite 1,4 Mrd. €
Betreutes Kundenvolumen 4,1 Mrd. €
Kundenanzahl 140.000
Mitglieder 60.000
Mitarbeiter (aktiv) 500
Geschäftsstellen (inkl. SB) 67

Die Vereinigte Volksbank eG und Volksbank Westliche Saar plus eG haben im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz ihr Fusionsvorhaben vorgestellt. Von links: Die Vorstandsmitglieder Uli Starck (VVB), Edgar Soester (w/saar+), Mathias Beers (VVB) und Manfred Ziegler (w/saar+). Foto: w/saar+/VVB